Im vergangenen Jahr hat die Windkraft die Kohleenergie als wichtigster Stromerzeuger in Deutschland abgelöst. Nahezu ein Drittel (31 Prozent) des in Deutschland erzeugten Stroms sei 2023 mit Windkraft gewonnen worden, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit habe die Stromeinspeisung aus Windkraft einen neuen Höchstwert von 139,3 Milliarden Kilowattstunden erreicht. Kohle blieb demnach die zweitwichtigste Quelle der Stromerzeugung, ihr Anteil sank im Vergleich zu 2022 aber um fast ein Drittel auf 26,1 Prozent.
Den erhöhten Anteil an Windenergie in der hierzulande erzeugten Gesamtstrommenge erklärten die Statistikerinnen und Statistiker mit reichlich Wind und dem Ausbau an Kapazitäten. Zudem wirkte sich auf die Quoten aus, dass die Gesamtmenge des erzeugten
Stroms um 11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sank: In energieintensiven Industriezweigen war die Nachfrage wegen schwacher
Konjunktur geringer, zudem stieg die aus dem Ausland importierte
Strommenge deutlich um 40,6 Prozent auf 69,3 Milliarden Kilowattstunden.
Erneuerbare Energien stellten 2023 mehr als die Hälfte des deutschen Stroms
Insgesamt hätten erneuerbare Energien 56 Prozent des Stroms in Deutschland ausgemacht, mit einem Höchstwert von 251,8 Milliarden Kilowattstunden, teilte das Statistische Bundesamt mit. 2023 sei damit das erste Jahr gewesen, in dem in fast allen Monaten mehr Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Sonne als aus konventionellen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Atom eingespeist wurde.
Im Jahr 2022 war noch Kohle mit einem Anteil von 33,2 Prozent an der eingespeisten Strommenge der wichtigste Energieträger, der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung war mit 24 Prozent deutlich niedriger. 2022 hatte der Anteil erneuerbarer Energien noch 46,3 Prozent betragen.
325 Kommentare
Nordischer Arne
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Nur mal zur Erinnerung: Unser aller Freund Herr von (un)Sinn hatte Ende der Nuller Jahre behauptet, dass mit dem Erneuerbaren Energien sei alles Quatsch, und bei einem Eintrag von mehr als 10% würde das Netz zusammenbrechen.
Heute sehen wir wie Unrecht er hatte.
Sphärenklang
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Die Bundesregierung hatte bereits Ende 2021 angekündigt, die Kohleenergie als wichtigsten Stromerzeuger durch Wundkraft abzulösen. Dies ist nun planmäßig erfolgt.
Mit zunehmender Nutzung erneuerbarer Energien werden wir auch von Öl und Gas aus dem Ausland unabhängig. Für uns Verbraucher:innen ist das kostengünstig und gleichzeitig klimaschonend.
EinFriese
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Da hier der Stromnettoimport gerne als Zeichen für eine gestiegene Abhängigkeit vom Ausland betrachtet wird:
Deutschland hat auch nach dem Atomausstieg immer noch genügend gesicherte Kraftwerkskapazität, um sich auch bei Verbrauchsspitzen selbst zu versorgen.
https://gas.info/gas-im-energiemix/strom-aus-gas/versorgungssicherheit-strom
Allerdings war es im letzten Jahr häufig billiger, für einen begrenzten Zeitraum Windstrom aus dem Ausland einzukaufen als ein Kohlekraftwerk dafür hochzufahren.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Warum-Daenemark-Deutschlands-Haupt-Stromlieferant-ist,stromimport100.html
Hätte man auf die Importe zugunsten heimischer Erzeugung verzichtet, wäre der Strom für die Verbraucher also teurer gewesen.
Dass eine mangelnde Anbindung an den günstigen Strom aus dem Norden mittlerweile ein echter Standortnachteil ist, hat anscheinend sogar Hubert Aiwanger begriffen und auch der sonst so regierungstreue Bayerische Rundfunk konnte sich nicht verkneifen, auf diesen Sinneswandel hinzuweisen.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/aiwanger-verkuendet-ueberraschend-weitere-stromtrasse-nach-franken,U3ioLF6
NaturschützenderLandwirt
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Eine sehr gute Nachricht. Sonst hört man ja nur vom Niedergang des Landes.
Das muss jetzt so weitergehen. Windkraft (mit dazugehörigen Leitungen) ausbauen und auch den Photovoltaik Anteil stetig erhöhen. Frage: Wie geht es eigentlich mit den PV Anlagen weiter, welche in den nächstenJahren aus der Förderung fallen? Mich persönlich betrifft das 2027. War finanziell eine extrem gute Entscheidung diese zu bauen. Mit dem Wissen von heute hätte ich damals jeden m2 Dachfläche mit PV vollknallen müssen.
Erneuerbare Energie werden hoffentlich( für den Endverbraucher) noch deutlich günstiger. Sie bedeuten auch Freiheit. Öl und Gas kommt doch zumeist aus nicht demokratischen Staaten. So müssen wir weniger Milliarden an Autokraten überweisen.
Ich betone es immer wieder. Die Politik der Ampel ist keineswegs so schlecht wie die Außendarstellung. Diese ist aber wirklich katastrophal.
Vinvestor
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Und dennoch war der braunkohleanteil gestern rund 43% der stromerzeugumg (siehe zeit energie monitor), ich bin nicht gegen EE, aber nur EE ist nicht ausreichend ohne Speicherung. Die gibt es nicht, deshalb bauen wir ja gerade fossile Kraftwerke. Wäre da nicht Atom die klimafreunfliche Lösung, wo wir uns nicht von externe abhängig machen. Ja natürlich. Die Meldung, dass die Niederlande 4 neue Atomkraftwerke planen hat ihren Weg auch nicht in diese Zeitung geschafft.... mmmh
King Tut
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Nach der Union und der AfD war das doch gar nicht möglich
friedelhierse
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Aus gegebenen Anlass hatte ich zum letzen Abrechnungszeitraum mal unseren Stromverbrauch über die letzten 10 Jahre miteinander verglichen. Ergebnis - 47% weniger Verbrauch als 2014. Schlussfolgerung - das individuelle Einsparpotenzial durch verschiedene kleine technische Maßnahmen und Verhaltensänderungen ist nicht zu unterschätzen.
HH60
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Schöne Spielereien mit der Statistik - da mußte ich doch schmunzeln.
Aber immerhin hat sich lt. Electricity Maps der CO2-Ausstoß für den verbrauchten Strom in 2023 auf knapp 400g CO2 je kWh verringert. In 2022 lag der Wert noch bei 474g.
Welchen Anteil der französische Atomstrom an der Verringerung hat konnte ich so schnell nicht recherchieren. Auch den Wert für den in Deutschland produzierten Strom konnte ich nicht ergründen.
Aber Hauptsache der Wert sinkt. Trotzdem bleibt Deutschland einer der Dreckspatzen unter den großen europäischen Industrieländern.